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Erdungs- und Grounding-Sammelschienen: Fehlervermeidung in elektrischen Anlagen

Grounding-Sammelschienen

Table of Contents

 

Erdungs- und Grounding-Sammelschienen (PE-/EGC-Busbars, engl. Protective Earth / Grounding Busbar) sind zentrale Komponenten in Schaltschränken und elektrischen Anlagen. Sie bilden den definierten Fehlerstrompfad, über den überschüssiger Strom bei Fehlern oder Blitzschlägen sicher in die Erde abgeleitet wird, und schützen so Menschen und Betriebsmittel vor elektrischen Schäden.

Dieser Artikel vermittelt Best Practices für Erdungs- und Grounding-Sammelschienen – von der fachgerechten Platzierung über die Einbindung in das Gehäuse bis hin zu Norm-konformer Dimensionierung und Prüfung. Außerdem werden typische Installationsfehler aus der Praxis aufgezeigt und praxisnahe Lösungsansätze vorgestellt, damit elektrische Anlagen sicher und zuverlässig betrieben werden können.

Was Erdungs- und Grounding-Sammelschienen tatsächlich leisten

Erdungs- und Grounding-Sammelschienen sorgen für die elektrische Sicherheit in Schaltschränken und Schaltanlagen. Ihre Aufgabe geht weit über das bloße Sammeln von Schutzleitern hinaus: Die richtige Positionierung, fachgerechtes Bonding (Potentialausgleich) mit dem Gehäuse, sorgfältige Dimensionierung und korrekte Anschlüsse sind entscheidend dafür, dass Fehlerströme zuverlässig abgeführt werden und Schutzgeräte im Fehlerfall korrekt auslösen. Durch diese Maßnahmen gewährleisten Erdungs- und Grounding-Sammelschienen nicht nur den sicheren Fehlerstrom-Rückfluss, sondern auch die Kontrolle der Berührungsspannung und tragen somit wesentlich zum Schutz von Personen und Betriebsmitteln bei.

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Bonding vs. Grounding bei Erdungs- und Grounding-Sammelschienen: Unterschiede und Praxis

Aspect Grounding / Erdung (Earthing) Bonding / Potentialausgleich
Grundfunktion Ableitung von Fehlerströmen in die Erde, um gefährliche Spannungen zu vermeiden Herstellung eines gemeinsamen elektrischen Potentials zwischen leitfähigen Teilen
Ziel Schutz von Personen und Anlagen durch einen sicheren Fehlerstrompfad Vermeidung von Potentialunterschieden, die zu elektrischem Schlag oder Brand führen können
Strompfad Fehlerstrom fließt über Erdungsleiter und Erdungselektrode direkt in die Erde Kein Ableiten in die Erde; Verbindung metallischer Teile untereinander
Wirkung bei Fehlern Begrenzung von Berührungs- und Schrittspannung, Unterstützung der Schutzabschaltung Verhindert gefährliche Spannungsunterschiede zwischen gleichzeitig berührbaren leitfähigen Teilen
Typische Komponenten Erdungselektroden, Erdungsleiter, Haupt-Erdungsschiene / Haupt-Erdungsklemme, equipotentieller Potentialausgleich Potentialausgleichsleiter, Hauptpotentialausgleichsleiter (Main Bonding Jumper), zusätzliche Potentialausgleichsverbindungen
Beitrag zur Sicherheit Reduziert Stromschlagrisiken und minimiert Schäden durch Fehlerströme Erhöht Personensicherheit und senkt Brandrisiken durch Spannungsangleich
Schutz von Betriebsmitteln Leitet Fehlerströme von der Installation weg und schützt Geräte vor Schäden Verhindert Korrosion, Materialschäden und Fehlfunktionen durch Potentialdifferenzen
Typischer Einsatz im Schaltschrank Verbindung der PE-Sammelschiene mit dem Erdungssystem Verbindung von Gehäusen, Türen, Montageplatten und leitfähigen Teilen untereinander

Wo die PE-Sammelschiene in Schaltschränken und Schaltanlagen sitzt

Erdungs- und Grounding-Sammelschienen sollten zentral im Schaltschrank angebracht werden, möglichst in der Nähe der Hauptstromleiter. Diese Position gewährleistet, dass Fehlerströme möglichst kurz und direkt über die Sammelschiene in das Erdungssystem abgeleitet werden, was die Auslösezeiten von Schutzgeräten optimiert und die Sicherheit von Anlagen und Personal erhöht.

Die Befestigung erfolgt entweder direkt an der Rückwand des Schaltschranks oder auf stabilen Montageplatten, wobei eine feste, wackelfreie Verbindung wichtig ist. Achten Sie darauf, dass genügend Platz für die saubere Führung aller PE-Leiter vorhanden ist, um Überschneidungen, Induktionen oder ungewollte Kontakte zu vermeiden.

Praxis-Tipp:
Markieren Sie die Sammelschiene deutlich und halten Sie die Anschlussbereiche frei von störenden Komponenten oder Kabelbündeln. So bleibt die Wartung einfach und die Erdungsverbindung jederzeit überprüfbar. Trennen Sie dann PE-Leiter sauber von Neutral- oder Phasenleitern. Planen Sie Leitungswege so, dass Kurzschlüsse und Induktion vermieden werden. Nutzen Sie bei Mehrfachverbindungen genügend Klemmen. Vermeiden Sie danach Überschneidungen, um Kontaktprobleme zu verhindern.

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Dimensionierung und Auswahl einer Erdungssammelschiene

Die korrekte Installation, Positionierung, Dimensionierung und Verbindung der Sammelschienen mit dem Gehäuse (Bonding) ist entscheidend für die Zuverlässigkeit der Schutzsysteme. Zusätzlich spielen Anschlusspraktiken, Korrosionsschutzmaßnahmen und regelmäßige Prüf- und Testverfahren eine zentrale Rolle, um die Funktionstüchtigkeit dauerhaft sicherzustellen.

Fehlerstrompfad und Abschaltzeit

Die Sammelschiene leitet Fehlerströme sicher zum Erdungssystem. Damit Schutzgeräte wie Sicherungen oder Leitungsschutzschalter zuverlässig auslösen, muss die Querschnittsgröße der Sammelschiene korrekt dimensioniert sein. Nur so fließt der Fehlerstrom schnell genug, und die Abschaltzeit bleibt innerhalb der vorgeschriebenen Normen.

Mechanische Festigkeit und Anschlusskapazität

Erdungs- und Grounding-Sammelschienen bieten stabile Konstruktion für mehrere PE-Kabel und tragen zur physikalischen Belastbarkeit bei.

Materialwahl: Kupfer vs. Aluminium

Zu den wichtigsten Komponenten der Elektrotechnik gehören Sammelschienen, die eine effiziente Energieverteilung bieten. Die aus Kupfer oder Aluminium massiven Stäbe ermöglichen jeden Stromfluss in elektrischen Systemen und spielen eine entscheidende Rolle in Umspannwerken, Schaltanlagen und industriellen Anwendungen.

In der Regel wird Kupfer aufgrund seiner hervorragenden elektrischen Leitfähigkeit und thermischen Eigenschaften bevorzugt. Es ist jedoch auch möglich, Aluminium zu verwenden, besonders in Anwendungen, bei denen Gewicht und Kosten eine größere Rolle spielen.

  • Kupfer: bessere Leitfähigkeit, langlebiger
  • Aluminium: leichter, kostengünstiger, aber zusätzliche Korrosionsschutzmaßnahmen notwendig

systemkontext regeln verandert

Systemkontext, der die Regeln verändert (TN vs. TT vs. IT)

Der Systemkontext eines elektrischen Netzes hat direkten Einfluss darauf, wie Erdungs- und Grounding-Sammelschienen ausgeführt, verbunden und geprüft werden müssen. Abhängig vom verwendeten Erdungssystem (TN, TT oder IT) unterscheiden sich die Anforderungen an Fehlerstrompfade, Schutzmaßnahmen und den Umgang mit Neutral- und Schutzleitern. Eine korrekte Einordnung ist daher entscheidend für eine normgerechte Planung und sichere Funktion der Erdungs- und Grounding-Sammelschienen.

Einordnung unterschiedlicher Erdungssysteme (TN, TT, IT)

Elektrische Anlagen werden weltweit nach verschiedenen Erdungssystemen ausgeführt, die festlegen, wie das Versorgungsnetz, die Schutzleiter (PE) und die leitfähigen Gehäuseteile miteinander verbunden sind. Die international gültige Norm IEC 60364 unterscheidet dabei drei grundlegende Systeme: TN, TT und IT.

Für Erdungs- und Grounding-Sammelschienen definiert dieses Systemumfeld, welche Leiter angeschlossen werden dürfen, wie der Fehlerstrompfad verläuft und welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

TN-System (Terre-Neutral)

Bei einem TN-System ist der Neutralpunkt des Versorgungsnetzes direkt mit der Erde verbunden. Die metallischen Gehäuse der Betriebsmittel sind über den Schutzleiter (PE) mit diesem Netz verbunden. Für Erdungs- und Grounding-Sammelschienen bedeutet dies, dass sie einen niederohmigen und durchgängigen Fehlerstrompfad bereitstellen müssen, damit Schutzgeräte im Fehlerfall zuverlässig auslösen. Varianten wie TN-S, TN-C und TN-C-S beschreiben, ob Neutralleiter (N) und Schutzleiter (PE) getrennt oder kombiniert geführt werden – eine wichtige Grundlage für die korrekte Auslegung der Sammelschiene.

TT-System (Terre-Terre)

Im TT-System verfügt jede Anlage über eine eigene lokale Erdungsverbindung mittels Erdungselektrode, unabhängig von der Erdung des Versorgungsnetzes.

Erdungs- und Grounding-Sammelschienen übernehmen hier eine besonders wichtige Rolle, da der Fehlerstrom über die lokale Erdung abgeführt wird. Aufgrund des meist höheren Schleifenwiderstands sind zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Fehlerstromschutzschalter (RCD) erforderlich. Die Sammelschiene dient dabei als zentraler Verbindungspunkt für alle Schutzleiter und den lokalen Potentialausgleich.

Prüfung und Verifikation der Erdungs-Durchgängigkeit

Es ist offensichtlich, dass Erdungs- und Grounding-Sammelschienen regelmäßig überprüft werden, da sie die Sicherheit der Anlage gewährleisten. Aus diesem Grund sollten Sie folgende Schritte dabei unternehmen:

  1. Sichtprüfung: Kontrollieren Sie die Sammelschiene auf mechanische Beschädigungen, Korrosion oder lose Verbindungen. Schon kleine Mängel können die Funktion erheblich beeinträchtigen.
  2. Durchgängigkeitsprüfung: Mit einem Multimeter oder speziellen Messgeräten wird überprüft, ob alle PE-Leiter korrekt mit der Sammelschiene verbunden sind. Nur ein durchgängiger Leiterpfad garantiert, dass Fehlerströme zuverlässig abgeleitet werden.
  3. Hochohmige Fehler erkennen: Ursachen können Oxidation, schlechte Schraubenverbindungen oder verschmutzte Kontaktflächen sein. Symptome zeigen sich oft erst, wenn Schutzgeräte nicht korrekt auslösen.
  4. Dokumentation: Alle Prüfungen sollten schriftlich dokumentiert werden, um die Normkonformität nach IEC 60364 oder VDE 0100 nachzuweisen.

Praxis-Tipp: Eine regelmäßige Überprüfung der Erdungsdurchgängigkeit schützt nicht nur die elektrische Anlage, sondern auch Menschen vor gefährlichen Spannungen.

Häufige Erdungsfehler in Schaltanlagen

Auch erfahrene Fachkräfte können bei der Installation oder Wartung von Erdungs- und Bondingsystemen auf Probleme stoßen. Wer die häufigsten Fehler kennt, kann diese leichter vermeiden.

  • Lack unter Kabelschuhen oder unzureichend gereinigte Oberflächen: Es muss unbedingt vor der Gerätemontage der Lack an den Montagestellen großflächig entfernen werden. Wenn man dies nicht beachtet, kann das zu Tod oder schweren Verletzungen führen.
  • Lockere Verbindungen: Schwache oder korrodierte Anschlüsse erzeugen nicht nur Widerstand, sondern verringern sie auch die Wirksamkeit des Systems und können zu Überhitzung führen.
  • Fehlende Bonding-Jumper: Wenn ein Jumper an Rohrleitungen oder Kabeltrassen weggelassen wird, wird die notwendige Durchgängigkeit für einen sicheren Fehlerstrompfad unterbrochen.
  • Falsche Leitungsdimensionierung: Zu kleine Leiter können den Fehlerstrom nicht sicher führen, was zu Geräteschäden oder Brandgefahr führen kann.
  • Bonding und Erdung verwechseln: Eine Verwechslung der beiden Konzepte führt zu Systemen, die nicht vollständig vor Stromschlägen oder Überspannungen schützen.
  • Übersehen von Prüfungen: Werden Anschlüsse nicht durch Durchgangs- oder Widerstandsmessungen überprüft, können versteckte Probleme unentdeckt bleiben.

Indem Techniker auf diese Fehler achten und alle Verbindungen sorgfältig prüfen, können sie sichere und normgerechte Systeme gewährleisten.

Normen und Compliance-Aspekte

Erdungs- und Grounding-Sammelschienen unterliegen klaren normativen Anforderungen, da sie eine zentrale Rolle für den Personenschutz und die Betriebssicherheit elektrischer Anlagen spielen. Internationale Normen wie IEC 60364, nationale Regelwerke wie VDE 0100 sowie in bestimmten Märkten der NEC (z. B. Artikel 250) definieren die grundlegenden Sicherheitsprinzipien für Erdung, Bonding und Schutzleiterführung.

Die aktuelle IEC 60364-1:2025 beschreibt die grundlegenden Anforderungen an elektrische Niederspannungsinstallationen, einschließlich der Bewertung von Schutzmaßnahmen, der Erdungssysteme und der kontinuierlichen Wirksamkeit dieser Maßnahmen über die gesamte Lebensdauer der Anlage. Für Erdungs- und Grounding-Sammelschienen bedeutet dies insbesondere:

  • einen definierten, niederohmigen Fehlerstrompfad,
  • ein zuverlässiges Bonding aller leitfähigen Teile,
  • sowie eine nachvollziehbare Prüfung und Dokumentation.

Dokumentation und Kennzeichnung

Alle Erdungs- und Bonding-Punkte, Sammelschienen, Leiteranschlüsse und Verbindungselemente sollten eindeutig gekennzeichnet und in der technischen Dokumentation erfasst werden. Eine saubere Beschriftung erleichtert Wartung, Fehlersuche und spätere Erweiterungen.

Prüfprotokolle und Abnahme-Mindset

Normkonformität endet nicht mit der Installation. Sichtprüfungen, Durchgängigkeitsmessungen und gegebenenfalls Widerstandsmessungen sind zu dokumentieren und als Nachweis der normgerechten Ausführung aufzubewahren. Dieses Abnahme-Mindset ist ein wesentlicher Bestandteil moderner Compliance-Strategien und reduziert Haftungs- und Sicherheitsrisiken erheblich.

Fazit

Erdungs- und Grounding-Sammelschienen sind weit mehr als einfache Anschlussleisten für Schutzleiter. Sie bilden das Rückgrat der elektrischen Sicherheit in Schaltschränken und Schaltanlagen, indem sie einen definierten, niederohmigen Fehlerstrompfad bereitstellen und den equipotentiellen Potentialausgleich sicherstellen.

Nur wenn Platzierung, Bonding mit dem Gehäuse, Dimensionierung, Materialwahl und regelmäßige Prüfungen normgerecht umgesetzt werden, können Schutzgeräte zuverlässig auslösen und gefährliche Berührungsspannungen vermieden werden. Die Berücksichtigung des jeweiligen Erdungssystems (TN, TT oder IT) sowie eine saubere Dokumentation sind dabei unerlässlich.

Eine fachgerecht ausgelegte und geprüfte Erdungs- und Grounding-Sammelschiene ist somit kein Detail, sondern ein zentraler Sicherheitsfaktor für den zuverlässigen und normkonformen Betrieb elektrischer Anlagen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist eine Erdungs- bzw. Grounding-Sammelschiene in einem Schaltschrank?

Eine Erdungs- und Grounding-Sammelschiene ist der zentrale Anschluss- und Verteilungspunkt für alle Schutzleiter (PE) innerhalb eines Schaltschranks oder einer Schaltanlage. Sie stellt einen definierten, niederohmigen Fehlerstrompfad bereit und ermöglicht den Potentialausgleich zwischen leitfähigen Teilen, dem Gehäuse und dem Erdungssystem.

Solche Sammelschienen werden zentral und gut zugänglich im Schaltschrank montiert, häufig an der Rückwand oder auf einer Montageplatte. Eine Nähe zu den Hauptstromleitern ist sinnvoll, um kurze, direkte Fehlerstrompfade zu gewährleisten und die Abschaltzeiten von Schutzgeräten zu optimieren.

Die Dimensionierung richtet sich nach dem zu erwartenden Fehlerstrom, der Abschaltzeit der Schutzgeräte und den normativen Vorgaben. Die Sammelschiene muss den Fehlerstrom sicher führen können, ohne unzulässig zu erwärmen, und gleichzeitig ausreichend Anschlusskapazität sowie mechanische Festigkeit bieten.

Erdung (Earthing) beschreibt die Verbindung eines Systems mit der Erde zur Ableitung von Fehlerströmen. Bonding (Potentialausgleich) verbindet leitfähige Teile untereinander, um gefährliche Potentialunterschiede zu vermeiden. Erdungs- und Grounding-Sammelschienen übernehmen häufig beide Funktionen: Sie führen Fehlerströme ab und stellen gleichzeitig ein gemeinsames Potential im Schaltschrank her.

Die Verbindung erfolgt über ein definiertes Bonding zwischen Sammelschiene und Gehäuse. Dabei ist blankes Metall an der Kontaktstelle erforderlich, geeignete Verbindungselemente müssen fachgerecht angezogen werden, und Korrosionsschutzmaßnahmen sind zu berücksichtigen, um dauerhaft niedrige Übergangswiderstände sicherzustellen.

Das hängt vom Erdungssystem ab. In TN-C-Systemen können Neutral- und Schutzfunktion kombiniert sein, während in TN-S-, TT- und IT-Systemen eine klare Trennung vorgeschrieben ist. Erdungs- und Grounding-Sammelschienen dürfen daher nicht pauschal als Neutralleiterschienen genutzt werden.

International ist die IEC 60364 maßgeblich, national ergänzen Normen wie VDE 0100 (Deutschland) oder der NEC (z. B. Artikel 250). Diese Regelwerke definieren Anforderungen an Erdung, Bonding, Dimensionierung, Prüfung und Dokumentation.

Die Prüfung erfolgt durch Sichtkontrolle, Durchgängigkeitsmessungen und gegebenenfalls Widerstandsprüfungen. Ziel ist der Nachweis eines niederohmigen, durchgängigen Schutzleiterpfads von allen leitfähigen Teilen zur Erdungs- und Grounding-Sammelschiene und weiter zum Erdungssystem.

Typische Ursachen sind Lack oder Oxidation an Kontaktstellen, lose Schraubverbindungen, Korrosion oder ungeeignete Materialkombinationen. Solche Fehler bleiben oft unbemerkt, bis Schutzgeräte nicht mehr zuverlässig auslösen.

Korrosion wird durch saubere Kontaktflächen, geeignete Materialwahl (z. B. Kupfer), korrekte Verbindungselemente und spezielle Schutzmaßnahmen bei Mischmetallen verhindert. Eine regelmäßige Sicht- und Funktionsprüfung ist ebenfalls entscheidend.

Der equipotentielle Potentialausgleich sorgt dafür, dass alle gleichzeitig berührbaren leitfähigen Teile dasselbe elektrische Potential haben. Erdungs- und Grounding-Sammelschienen sind dabei der zentrale Knotenpunkt, um gefährliche Spannungsunterschiede zu vermeiden und die Personensicherheit zu erhöhen.

Ein niederohmiger Erdungs- und Fehlerstrompfad über die Sammelschiene ermöglicht, dass Sicherungen, Leitungsschutzschalter oder RCDs im Fehlerfall schnell und zuverlässig auslösen. Eine mangelhafte Erdung kann die Abschaltzeit verlängern oder das Auslösen vollständig verhindern.

Nur, wenn dies vom Klemmenhersteller und den geltenden Normen ausdrücklich erlaubt ist. In vielen Fällen ist „ein Leiter pro Klemme“ vorgeschrieben, um sichere Kontaktverhältnisse und eine nachvollziehbare Prüfung zu gewährleisten.

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